Merken
Merkliste
Senden

Erweiterte Suche

12.11.2009 | Reden

Telefon-Pressekonferenz zur Veröffentlichung der Ergebnisse des dritten Quartals am 12. November 2009

Aus den Ausführungen von Dr. Axel C. Heitmann, Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG

To view content you need flash player plugin. You can install last version flash player here

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

auch ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserer heutigen Telefon-Pressekonferenz.

Um das Fazit des zurückliegenden dritten Quartals gleich vorweg zu nehmen:

Wir haben erneut bewiesen, dass wir den Herausforderungen der Wirtschaftskrise aktiv begegnen und sie erfolgreich managen. Im Vergleich zum Vorquartal haben wir unsere wesentlichen Kennziffern erneut verbessert.

Mit 143 Millionen Euro EBITDA vor Sondereinflüssen haben wir unsere Erwartung übertroffen, im Berichtszeitraum einen Wert auf dem Niveau des zweiten Quartals – also in der Größenordnung von 112 Millionen Euro – zu erreichen. Gelungen ist uns dies dank der schnellen Umsetzung unseres globalen Maßnahmenpakets zur Bewältigung der Krise sowie der einsetzenden und insbesondere von China getriebenen Konjunkturerholung.

Dieses operative Ergebnis ist wieder ein deutlicher Beleg für die wirtschaftliche Stärke, die wir in den vergangenen fünf Jahren erreicht haben.

Angesichts der erwarteten Entwicklungen im laufenden Quartal, auf die ich gleich noch näher eingehen werde, geben wir heute wie angekündigt eine Ergebnisprognose für das gesamte Geschäftsjahr 2009: Wir erwarten ein EBITDA vor Sondereinflüssen in der Größenordnung von 400 bis 420 Millionen Euro.

Meine Damen und Herren,
im Vorjahresvergleich haben wir im dritten Quartal bei einem um 24 Prozent rückläufigen Umsatz ein um 25 Prozent gesunkenes EBITDA vor Sondereinflüssen erzielt sowie einen um 59 Prozent niedrigeren Konzerngewinn. Da diese Rückgänge angesichts der weltweiten Krise aus unserer Sicht wenig aussagekräftig sind, ziehe ich – wie schon im August – bei der Erläuterung unserer Quartalsergebnisse einen Vergleich zum Vorquartal.

Die vollständige Darstellung unserer Zahlen finden Sie im Bericht zum dritten Quartal 2009, der seit heute morgen im Internet zur Verfügung steht.

Zunächst ein Blick auf unsere Kennziffern im Berichtszeitraum:
  

  • Der Umsatz verbesserte sich gegenüber dem Vorquartal um elf  Prozent auf 1,37 Milliarden Euro. Dabei wurden in allen  Regionen und in den beiden Segmenten Performance Polymers  sowie Performance Chemicals Zuwächse erzielt. Im Kautschukbereich gab es Vorzieheffekte aufgrund von uns für  das vierte Quartal angekündigten Preiserhöhungen. Das Segment Advanced Intermediates erreichte einen Umsatz auf dem Niveau der drei Monate zuvor.
  • Unsere wichtigste interne Steuerungsgröße, das EBITDA vor Sondereinflüssen, betrug 143 Millionen Euro. Das waren 28  Prozent mehr als im Vorquartal. Ursächlich war neben der  weltweiten und insbesondere von China getriebenen  Konjunkturerholung die schneller als geplante Umsetzung  unserer globalen Maßnahmen zur Krisenbekämpfung.
  • Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen übertraf mit 10,4 Prozent den Wert des zweiten Quartals 2009 um 1,4 Prozentpunkte und erreichte fast das entsprechende Vorjahresniveau von 10,6 Prozent.
  • Das Konzernergebnis betrug in diesem Quartal 23 Millionen Euro, 35 Prozent mehr als im Vorquartal. Damit schreiben wir trotz Krise bereits seit dem zweiten Quartal schwarze Zahlen.
  • Weiterhin erfreulich ist auch unsere Finanzstärke: Dank unseres strikten Working Capital-Managements verbesserte sich der operative Cashflow von Januar bis September 2009 im Vorjahresvergleich um 123 Millionen auf 432 Millionen Euro.
  • Die Nettofinanzverbindlichkeiten waren zum Ende des  Berichtsquartals wegen der Finanzierung der Übernahme der  Geschäfte und Anlagen der indischen Gwalior Chemical Industries sowie der Jiangsu Polyols in China mit 779 Millionen Euro um acht Prozent höher als drei Monate zuvor. Gegenüber Ende 2008 bedeutet dies einen Rückgang um 85 Millionen Euro. Wie der hohe Cashflow ist dies ebenfalls ein Zeichen für unsere unverändert hohe Kapitaldisziplin, die in der Krise besonders wichtig ist.

    
Meine Damen und Herren, ich gebe Ihnen jetzt einen kurzen Überblick über die regionale Entwicklung unserer Geschäfte:

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Region Asien/Pazifik und dort insbesondere in China erwies sich im dritten Quartal erneut als Wachstumsmotor des Konzerns. Insgesamt erzielten wir in dieser Region einen Umsatz von 338 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung um elf Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2009. Sogar das Vorjahresniveau wurde um fast sieben Prozent übertroffen.

Ein Viertel unseres Gesamtumsatzes haben wir im Berichtsquartal wiederum in dieser Region erwirtschaftet.

In unseren übrigen Regionen ergaben sich gegenüber dem Vorquartal ebenfalls Umsatzzuwächse. Das Tempo der konjunkturellen Erholung war dort deutlich geringer als in Asien. 

Ich komme nun zur Entwicklung unserer Segmente:

Das Segment Performance Polymers steigerte seinen Umsatz weltweit um 17 Prozent auf 656 Millionen Euro. Die Entwicklung des Segments in der Region Asien/Pazifik, insbesondere in China, setzte sich deutlich positiv von den anderen Regionen ab. Hinzu kamen eine deutlich über den Erwartungen liegende Nachfrage nach Winterreifen sowie verstärkte Kundenorder im Vorfeld von Preiserhöhungen im laufenden Quartal. 

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Polymers wuchs im Vergleich zum Vorquartal deutlich von 52 Millionen auf 76 Millionen Euro.

Diese erfreuliche Entwicklung werten wir auch als Ausdruck der Wertschätzung unserer hochwertigen und innovativen Produkte. Untermauert wurde unsere Marktstellung als weltweit führender Hersteller von Synthetik-Kautschuken zudem durch die vielen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem 100-jährigen Jubiläum dieses Produkts, das in einem hochrangig besetzten wissenschaftlichen Symposium im September in Köln gipfelte.

Ein Beispiel für unsere Innovationsfähigkeit ist unser Kautschuk-Additiv Nanopren, das bei so genannten grünen Reifen, also laufwiderstandsreduzierten Reifen, zum Einsatz kommt. In diesem Zusammenhang begrüßen wir die Initiative der Europäischen Kommission zur Kennzeichnungspflicht für Reifen, mit der die Kraftstoffeffizienz ausgewiesen werden soll. Das ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Eine endgültige Entscheidung von Europa-Parlament und EU-Kommission ist bis zum Jahresende zu erwarten.

Im Segment Advanced Intermediates haben wir mit 284 Millionen Euro Umsatz knapp den entsprechenden Wert von 285 Millionen Euro im Vorquartal erreicht. Dabei blieb der Bereich der Agro-Chemikalien trotz der üblicherweise zu beobachtenden Saisonalität weitgehend stabil. 

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Advanced Intermediates lag mit 40 Millionen Euro um 5 Prozent über dem Ergebnis des Vorquartals.

Die Akquisitionen der Geschäfte und Anlagen von Gwalior Chemical Industries in Indien und Jiangsu Polyols Chemical in China wurden zum 1. September 2009 erfolgreich abgeschlossen.

Kommen wir schließlich zum Segment Performance Chemicals. Hier wuchs der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um 10 Prozent auf 425 Millionen Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte um 52 Prozent auf 67 Millionen Euro. Die Geschäftsbereiche Inorganic Pigments, Leather und RheinChemie trugen entscheidend durch höhere Verkaufsmengen zum starken Anstieg des operativen Gewinns bei.

Meine Damen und Herren,
die regional unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung stellt auch an LANXESS große Herausforderungen. So hat in den Wachstumsmärkten Asiens, vor allem in China und Indien, die Zeit nach der Krise bereits begonnen. Ganz anders jedoch ist die Situation beispielsweise hier zu Lande. Hier setzt die Erholung erst allmählich und in kleinen Schritten ein. Bis wir wieder auf dem Niveau vor der Krise angelangt sind, wird es noch eine Zeitlang dauern.

Angesichts dieser schwierigen Situation bieten wir Mitarbeitern an den Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen, deren Aufgaben langfristig als Folge der Krise wegfallen, die Möglichkeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Dabei geht es um interne, aber auch um externe Lösungen.

Daher haben wir in Absprache mit den Arbeitnehmervertretungen das Qualifizierungs-, Einsatz- und Stellenmanagement-Center – kurz QUEST – gestartet.

Meine Damen und Herren,
neben den erfolgreichen Personalmaßnahmen, mit denen wir im Rahmen unseres „Challenge“-Progamms der Krise bisher erfolgreich begegnet sind, haben wir unser flexibles Anlagenmanagement konzernweit implementiert. Es versetzt uns in die Lage, Überproduktionen zu vermeiden und Kosten bei Rohstoffen, Energieeinsatz, Infrastruktur und Logistik zu verringern und auch keine Lagerbestände aufzubauen.

Für unsere großen Produktionsanlagen haben wir digitale Modelle entwickelt, mit denen wir über Computersimulationen weltweit alle Betriebszustände durchspielen können, um dann in der Realität an die jeweiligen Bedingungen optimal angepasst zu produzieren. Dieses flexible, standortübergreifende Kapazitätsmanagement erlaubt uns, die kritische Mindestauslastung unserer Anlagen deutlich abzusenken.

Damit gelingt es uns, bei einer deutlich reduzierten Kapazitätsauslastung einen operativen Gewinn zu erwirtschaften und an unserer bewährten Preis-vor-Menge-Strategie fest zu halten. Im dritten Quartal 2009 betrug die durchschnittliche Auslastung unserer Anlagen rund 75 Prozent.

Mit all diesen Maßnahmen wollen wir die Kosten um insgesamt 360 Millionen Euro bis zum Jahr 2012 senken. Die Umsetzung gelingt uns schneller als ursprünglich erwartet. Daher werden wir von den für 2010 angepeilten Kostensenkungen rund 30 Millionen Euro bereits in diesem Jahr realisieren.

Meine Damen und Herren,
angesichts der Wirtschaftskrise und des damit verbundenen weiterhin herausfordernden Wettbewerbsumfelds sowie der daraus folgenden dauerhaften regionalen Marktveränderungen setzt LANXESS die Optimierung seiner weltweiten Produktionsstrukturen fort.

So verlagern wir die Produktion von Färbemitteln aus unserem mexikanischen Standort Lerma der Business Unit Functional Chemicals an den Standort Leverkusen. Dadurch erhöhen wir die Wettbewerbsfähigkeit der Produktionsanlagen der Business Unit in Deutschland.

Unseren bereits angekündigten Umzugsplan für die weltweite Zentrale der Business Unit Butyl Rubber werden wir im nächsten Jahr umsetzen. Die Verwaltung des Geschäftsbereichs zieht vom Schweizerischen Fribourg nach Singapur um. Damit tragen wir der steigenden Bedeutung des Wachstumsmarktes Asien Rechnung.

Um die Marktchancen in China noch besser zu nutzen, werden wir unser lokales Produktionsnetzwerk in diesem Land weiter ausbauen. Bereits in diesem Monat wird in Anwesenheit des NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers eine neue Produktionsanlage der Business Unit Leather am bestehenden Standort Wuxi in Betrieb genommen. Dort befindet sich bereits das größte und modernste Forschungs- und Entwicklungszentrum für Lederchemikalien der Region Asien-Pazifik.

Zudem ist geplant, die Produktion der Business Unit Inorganic Pigments in Jinshan nahe Shanghai zu erweitern und zu optimieren.

Meine Damen und Herren,
trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation verstärkt LANXESS seine F+E-Aktivitäten. Ein Schwerpunkt wird dabei im kommenden Jahr auf dem wichtigen Thema Wasser liegen. Für uns Europäer ist sauberes Trinkwasser eine Selbstverständlichkeit. In vielen Teilen der Welt ist es hingegen eine knappe Ressource. Mit den Ionenaustauschern von LANXESS kann bereits heute belastetes Wasser gereinigt werden, und zwar nicht nur für Trinkwasserzwecke, sondern auch um die industriellen Anforderungen an hohe und höchste Wasserqualitäten zu erfüllen.

Kommen wir nun abschließend zu unserer Prognose für das Gesamtjahr 2009:

Im laufenden vierten Quartal entwickeln sich die einzelnen Regionen erneut unterschiedlich. Asien und dabei insbesondere China werden dabei wiederum der Wachstumsmotor sein. Die Märkte in Amerika und Europa erholen sich allmählich, aber deutlich langsamer als in China.

Die Entwicklung der Weltwirtschaft bleibt also trotz der zuletzt positiven Tendenzen herausfordernd.

Die Entwicklung des vierten Quartals 2009 dürfte wieder den üblichen saisonalen Einflüssen unterliegen. Zusätzlich belastet werden könnte sie durch vorgezogene Käufe, die Kunden im Vorgriff auf angekündigte Preiserhöhungen getätigt haben. Die Ergebnisse werden daher niedriger als in den drei Monaten zuvor ausfallen.

Die anhaltend steigenden Rohstoffkosten können als ein zusätzlicher maßgeblicher Einflussfaktor auf das Konzernergebnis gesehen werden. Wir beabsichtigen, höhere Rohstoffpreise zeitnah weiter zu geben.

Vor diesem Hintergrund erwarten wir für das Gesamtjahr 2009 ein EBITDA vor Sondereinflüssen in der Größenordnung von 400 bis 420 Millionen Euro. Diese Prognose ist auch ein Beleg dafür, wie gut wir mit den schwierigen Bedingungen zu Recht kommen.

Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihr Interesse.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der LANXESS AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

Kontakt

Daniel Smith

Daniel Smith
Leitung Financial and Business Media Relations

Tel.: +49 214 30-75179

Fax.: +49 214 30-50691

daniel-alexander.smith@lanxess.com

Rudolf Eickeler

Rudolf Eickeler
Pressesprecher Finanz- und Wirtschaftspresse

Tel.: +49 214 30 40483

Fax.: +49 214 30 50691

rudolf.eickeler@lanxess.com

Download

Link

 

Ihre Nachricht an LANXESS

* = Pflichtfeld