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04. März 2009 | Reden

Einweihung der Lachgasreduktions-Anlage (LARA) in Krefeld-Uerdingen am 4. März 2009

Aus den Ausführungen von Dr. Axel C. Heitmann, Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG

 

(Es gilt das gesprochene Wort),

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

auch von mir ein herzliches Willkommen bei LANXESS. Wir freuen uns über Ihren Besuch und über Ihr Interesse an unserem Unternehmen. Ganz besonders freue ich mich über die Anwesenheit des Staatssekretärs im Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Herrn Dr. Alexander Schink. Schön, dass Sie bei uns sind.

Heute ist ein besonderer Tag. Ein besonderer Tag für LANXESS, für unseren Standort Krefeld-Uerdingen, für Nordrhein-Westfalen und für die Umwelt.
 
Es ist vor allem ein besonderer Tag, weil LANXESS in diesen wirtschaftlich äußerst schwierigen Zeiten mit diesem Leuchtturmprojekt ein deutliches Zeichen setzt: 

  • Wir engagieren uns für die Umwelt – TROTZ Krise!
  • Wir bekennen uns zur Nachhaltigkeit – TROTZ Krise!
  • Und wir investieren weiter in innovative Technologien – TROTZ Krise!

Ich bin überzeugt: Auch wenn uns die allgemeine Wirtschaftskrise bei LANXESS zurzeit alles abverlangt; und auch wenn ALLE Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Unternehmens im Rahmen eines umfassenden und globalen Maßnahmenpaketes ihren Teil beitragen müssen, um die Folgen der Krise zu mildern – wir dürfen jetzt keinen Rückzieher machen und am Umweltschutz sparen. Das wäre das falsche Signal!

Auch wenn für uns der Erhalt von Arbeitplätzen – und das heißt ja konkret die Verantwortung für weltweit rund 15.000 Menschen und ihre Familien – jederzeit und selbstverständlich an erster Stelle steht, ist eines klar: Langfristig können wir als Unternehmen diese Arbeitsplätze nur dann sichern und sogar vielleicht neue Stellen schaffen, wenn wir weiter in innovative und hocheffiziente Technologien investieren – auch in der Krise!

Ich freue mich daher ganz besonders, dass wir LARA gleich in Betrieb nehmen. Denn dieses Projekt ist ein Zeichen dafür, dass die Pläne zur Optimierung unserer Anlagen nicht einfach in der Schublade verschwinden, wenn der Wind sich dreht oder – wie zurzeit – sogar ein Sturm tobt!

Kurzum: LARA ist keine Schönwetteranlage! Und LARA ist auch keine Schönwetterinvestition! LARA ist eine Investition in die Zukunft! In Arbeitsplätze! In unser Unternehmen! In eine lebenswerte Umwelt!

Was nun hat es damit konkret auf sich? Das Kürzel „LARA“ steht zunächst einmal für „Lachgas-Reduktionsanlage“. Dazu müssen Sie wissen, dass wir hier an unserem Standort in Krefeld-Uerdingen seit vielen Jahrzehnten Adipinsäure produzieren, die wir hauptsächlich als Vorprodukt für unsere Hochleistungskunststoffe aus Polyamid verwenden. Bei der Produktion entsteht – sozusagen als Abfallprodukt – Lachgas.

Dieses Lachgas ist für den Menschen zwar vollkommen unschädlich und früher wurde es beispielsweise sogar als Narkosemittel genutzt. Für das Klima ist Lachgas hingegen 310 Mal schädlicher als Kohlendioxid.

Weil das so ist, wurde bereits vor vielen Jahren eine Anlage zur thermischen Lachgasspaltung in Krefeld-Uerdingen in Betrieb genommen. Zum damaligen Zeitpunkt handelte es sich um die erste Anlage dieser Art in Deutschland. LANXESS gilt daher als Pionier auf diesem Gebiet.

Jetzt haben wir unsere Technologieführerschaft weiter ausgebaut. Denn mit der Errichtung der neuen, zweiten Anlage neutralisieren wir – bezogen auf das Jahr 2007 – insgesamt rund 5.000 Tonnen Lachgas pro Jahr. Das entspricht – umgerechnet – rund 1,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid.

LANXESS wird in Deutschland bis 2012 den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen im Vergleich zu 2007 um rund 80 Prozent reduzieren. LARA trägt dazu den Hauptanteil bei.

Das Verfahren, mit dem wir das Lachgas eliminieren, ist hocheffizient und nachhaltig. LARA zersetzt das Lachgas direkt aus dem Abgasstrom der Adipinsäureproduktion bei Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius in seine Bestandteile Sauerstoff und Stickstoff. Die dabei entstehende Wärme wird dann zur Erzeugung von Dampf genutzt, der in das Dampfnetz des Chemieparks eingespeist wird.

Sehen Sie dazu eine kurze Animation.

Durch die bereits bestehende Anlage wurden schon bis heute 85 bis 90 Prozent des anfallenden Lachgases in unschädliche Moleküle gespalten. Mit unserer neuen Anlage können wir unsere Lachgas-Emissionen nun vollständig eliminieren.

LARA zählt zu den effizientesten Lachgas-Reduktionsanlagen weltweit. Nirgendwo sonst, außer hier in Krefeld-Uerdingen, wird Adipinsäure nun ohne jegliche Emission von Lachgas produziert.

Pionierarbeit haben wir mit LARA auch in einer anderen Hinsicht geleistet: Die in nicht einmal einem Jahr entstandene Anlage ist das erste industrielle so genannte „Joint Implementation“-Projekt in Deutschland.

Als marktwirtschaftliches Instrument der Klimapolitik nutzen Deutschland und die EU seit 2005 den Emissionshandel. Das ebenso einfache wie wirksame Prinzip: Betreiber von Kraftwerken und Industrieanlagen, die Treibhausgase emittieren, erhalten Zertifikate, die sie zum Ausstoß einer genau festgelegten Menge Kohlendioxid berechtigen. Verursacht eine Anlage mehr Emissionen, muss der Betreiber Zertifikate zukaufen. Wer dagegen seine Emissionen reduziert, kann überzählige Berechtigungen verkaufen. So zahlen sich Investitionen in den Klimaschutz nachhaltig aus.

LARA ist ein gutes Beispiel dafür: Über den Verkauf von Emissionszertifikaten, die wir dank der neuen Anlage nicht mehr benötigen, refinanzieren wir unsere Investition. Wir sprechen von immerhin knapp zehn Millionen Euro.

Damit ist dem Schutz der Umwelt gedient und unserem unternehmerischen Interesse – vor allem eben auch in so schwierigen Zeiten wie diesen! Langfristig werden wir als Chemieunternehmen nämlich nur dann international wettbewerbsfähig bleiben, wenn wir nachhaltig wirtschaften und handeln. Soviel ist sicher!

Das bedeutet in der Praxis auch, aber nicht nur, dazu beizutragen, klimaschädliche Emissionen weiter zu senken. Mit LARA leisten wir einen wichtigen und bislang einzigartigen Beitrag zur Sicherung unseres Standorts Krefeld-Uerdingen und zur Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.

LARA hat somit ökologisch wie ökonomisch Vorbildfunktion.

Das Jahr 2009 ist ein wichtiges Jahr für den Klima- und Umweltschutz, meine Damen und Herren. Denn im Dezember wird in Kopenhagen das mit dem Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll weiterverhandelt. Bei dem Treffen geht es um die Reduktionsverpflichtungen der inter¬nationalen Staatengemeinschaft ab dem Jahr 2013. Vor diesem Hintergrund bekennt sich LANXESS eindeutig zu seiner Klimaschutz-Verantwortung – auch über das Jahr 2012 hinaus.

Das Jahr 2009 ist aber auch – mit der stärksten Wirtschaftskrise seit knapp 100 Jahren – ein wichtiges Jahr, in dem die Weichen gestellt werden müssen für das Überleben vieler Unternehmen. Das gilt gerade in einem Hochlohnland wie Deutschland.

Sehr geehrter Herr Staatssekretär, wir brauchen aus diesem Grund die uneingeschränkte Unterstützung der Politik, um unsere Zukunft im
harten globalen Wettbewerb zu sichern – gerade jetzt! Die Chemieindustrie ist ja nach wie vor eine der Schlüsselindustrien in Nordrhein-Westfalen, aber auch der deutschen und europäischen Industrie.

Wir wünschen uns daher vor allem – innerhalb Deutschlands sowie der EU – keine weiteren Auflagen, die uns im weltweiten Wettbewerb benachteiligen. Das können wir zwar nie gebrauchen – heute aber noch weniger!

Es ist doch so: Bereits jetzt betreiben wir die saubersten Anlagen der Welt – aber das kostet eben auch viel Geld! Geld, das erst erwirtschaftet werden muss!

Ich weiß den Einsatz der Landesregierung daher sehr zu schätzen. Ich bin zuversichtlich und ich hoffe sehr, dass sie sich auch zukünftig für eine Industriepolitik stark macht, die der Bedeutung unserer Branche gerecht wird!

Einer Bedeutung, die heute ja weit über die Grenzen Deutschlands hinausgeht. So ist das Know-how von LANXESS weltweit gefragt: Das LARA-Projekt ist aus diesem Grund auch nur ein Teil unserer weit reichenden und globalen Klimaschutzstrategie mit vielen Initiativen:

  • Beispiel Frankreich: An unserem Produktionsstandort in Port Jérôme haben wir eine hochmoderne Regenerative Thermische Oxidationsanlage zur Abluftreinigung in Betrieb genommen. Durch ein innovatives Verbrennungsverfahren wird die Abluft, die bei der Kautschukproduktion entsteht, von Lösungsmitteln und Kautschukpartikeln gereinigt – eine wirkungsvolle Maßnahme gegen „Sommersmog“. Dieses LANXESS spezifische Verfahren senkt die CO2-Emission bei der Verbrennung um rund 50 Prozent gegenüber herkömmlichen Verbrennungsmethoden.
  • Und in Brasilien, in Porto Feliz, baut LANXESS derzeit zum Beispiel eine Anlage zur Energiegewinnung mit hocheffizienter Kraftwärme-Kopplung. Durch die Verbrennung von Zuckerrohrabfällen entstehen dort Dampf und Strom. Ab nächstem Jahr schon kann LANXESS diese Energie für die Produktion von Eisenoxidpigmenten nutzen und dadurch auf fossile Brennstoffe verzichten. Wir senken Energiekosten und reduzieren die CO2-Emissionen nahezu vollständig.

Wir bei LANXESS wissen: Umwelt- und Klimaschutz ist immer eine ganzheitliche Aufgabe. Niemand kann sie in Angriff nehmen, wenn er nicht die gesamte Wertschöpfungskette seiner Produktion im Auge hat.

Alle Prognosen zeigen, dass es an der Zeit ist, nicht nur von Nachhaltigkeit zu reden, sondern entschieden nach ihren Grundsätzen zu handeln – jetzt erst recht!

Die chemische Industrie und wir von LANXESS haben dies früh erkannt und – wir tun es längst! LARA ist dafür ein weiterer Beweis!

Herzlichen Dank für Ihr Interesse.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der LANXESS AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

Kontakt

Ingo Drechsler

Ingo Drechsler
Leitung Corporate Media Europe, Middle East, Africa

Tel.: +49 214 30 43790

Fax.: +49 214 30 50691

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