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In Brückenbauten für den Straßen- und Eisenbahnverkehr sorgen in der Regel bewehrte Elastomerlager, Topflager und Stoßdämpfer für Dämpfwirkung und Sicherheit. Brückenlager bestehen oft aus Chloropren-Kautschuk wie Baypren® oder aus einer Mischung auf Basis von Naturkautschuk, in die eine oder mehrere Bewehrungslagen aus Stahl eingebunden sind und auch mit außen liegenden Stahlbewehrungsblechen verstärkt sein können. Diese Bauteile können vertikale Lasten, horizontale Verschiebungen und Verdrehungen um alle Achsen aufnehmen.
Wie leicht Brücken sogar durch Fußgänger in gefährliche Schwingungen versetzt werden können, wissen nicht nur die Kommandierenden militärischer Marschkolonnen. Auch die Erbauer der Millennium Bridge in London kamen zu dieser Erkenntnis – allerdings erst nach leidvoller Erfahrung: Nachdem die Fußgängerbrücke im östlichen London im Juni 2000 mit Pauken und Trompeten eröffnet worden war und sich die ersten Passantenströme über die Hängekonstruktion drängten, begann das architektonische Glanzstück derart stark zu schwingen, dass es noch am Tag der Eröffnung gesperrt werden musste.
Erst nach dem Einbau von 91 horizontal beziehungsweise vertikal wirkenden Dämpfern – und mit einem Kostenaufwand von umgerechnet 8,9 Millionen US-Dollar – konnte die Brücke zwei Jahre später freigegeben werden. Bei den Schwingungsdämpfern handelt es sich um Visco-Dämpfer, bei denen Kautschuk die Aufgabe hat, die offenen Behälter, die mit einer viskosen Flüssigkeit oder Masse gefüllt sind, vor eindringendem Staub, Schmutz und vor Feuchtigkeit zu schützen. Die dämpfende Wirkung entsteht durch einen von oben in diese Masse eingetauchten Stempel, der in der Regel vertikal und horizontal beweglich ist. Vergleichen kann man den Dämpfer mit einem gefüllten Honigtopf, in den ein Löffel eingetaucht wird.